abgesagt: 18.05.20: Bildung, Verwaltung und Verbrauch "freien" Stiftungsvermögens

abgesagt: Bildung, Verwaltung und Verbrauch "freien" Stiftungsvermögens

Die Veranstaltung muss leider aufgrund der aktuellen Infektionsschutzmaßnahmen abgesagt werden. Die Planungen für einen neuen Termin der Tagung werden aufgenommen, sobald die Krise überstanden ist.

Wann: Montag, 18. Mai 2020, 09:45 Uhr

Wo: Mediencampus Villa Ida der Sparkassenstiftung Leipzig, Poetenweg 28, 04155 Leipzig

Referenten: Prof. Dr. Arnd Arnold (Trier), Dr. Christian Kirchhain (Bonn), Harald Spiegel (München), Hinrich Hartmann von Ahrentschildt und Mark Waldmann (Hamburg)

Wir erstellen Fortbildungsbescheinigungen gemäß § 15 FAO und § 9 FBO.

Ihre Anmeldungen bzw. Interessebekundungen können Sie gern mit diesem Formular vornehmen.

Thema:
Eine seit Jahren anhaltende Niedrigzinsphase setzt vielen – kleineren und mittleren – Stiftungen zu. Gelingt es dem Stiftungsvorstand dennoch, das Stiftungsvermögen bei einem überschaubaren Risiko ertragreich anzulegen, steht er indes bereits vor der nächsten großen Herausforderung: Wie sollen die Erträge am besten für eine dauerhafte und nachhaltige Stiftungstätigkeit „investiert“ werden?

Sofern die Erträge nicht aufgrund zivilrechtlicher (Stichwort: Admassierungsverbot) oder steuerrechtlicher (Stichwort: Gebot der zeitnahen Mittelverwendung) Vorgaben alsbald für die Verfolgung des Stiftungszwecks zu verausgaben oder als Grundstock gebunden sind, stellt sich die Frage, ob und in welchem Umfang der Vorstand lediglich im Bedarfsfall Vermögensreserven aufbauen kann, die er zukünftig pflichtgemäß sowohl für die Stiftungstätigkeit, die Erhaltung oder Aufstockung des Grundstockvermögens als auch für sonstige, vom Stiftungszweck gedeckte Maßnahmen, einsetzen kann.

Das Bedürfnis nach der Schaffung einer solch „freien“ Vermögensmasse ist in der Praxis groß, weil damit die Unwägbarkeiten der Zukunft abgefedert werden können und die Stiftungstätigkeit verstetigt, aber ggf. auch in risikoreiche Projekte und Engagements investiert werden kann. Neben der im (Steuer-)Gesetz ausdrücklich vorgesehenen Möglichkeit zur Bildung einer freien Rücklage sind ein probates Mittel zum Aufbau eines solch „freien“ Vermögens die sogenannten Umschichtungsgewinne. Denn diese, etwa aus der Veräußerung von Aktien herrührenden, Gewinne unterliegen nicht den steuerrechtlichen Restriktionen des Gebots der zeitnahen Mittelverwendung und sind auch durch das Stiftungs­zivilrecht keinen zwingenden Verwendungsvorgaben unterworfen.

Gerade bei unternehmensnahen Stiftungen scheinen die damit gestaltbaren Freiräume nicht immer ausreichend zu sein, sodass die Praxis nach neuen Wegen sucht, noch „freiere“ Vermögensmassen zu bilden. Versucht wird, etwa durch die Zwischenschaltung einer (gemeinnützigen) GmbH, eine Art „Vermögenspuffer“ zu schaffen, der von der Stiftung je nach Bedürfnis befüllt oder angezapft werden kann. Mit einer solchen „GmbH – Lösung“, einem Sondervermögen, haben bereits Stiftungen einen umstrittenen, von Stiftungs- und Finanzbehörden zumeist abgelehnten, dritten Vermögensstock (neben Grundstock- und Verwaltungsvermögen) gebildet, um alle sich aufgrund der Niedrigzinsphase abzeichnenden Einnahmeverluste zumindest zeitweise auszugleichen.

Die Vorträge:
Professor Dr. Arnold
wird in seinem Vortrag zunächst aufzeigen, welche Möglichkeiten das Stiftungszivilrecht bietet, ein „freies“ Stiftungsvermögen zu bilden. Hierbei werden die Zulässigkeitsgrenzen der Bildung freier Rücklagen, der Verwendung von Umschichtungsgewinnen, des Einsatzes von Teilverbrauchsregelungen und Verbrauchszustiftungen sowie der Bildung von Risikokapital bzw. eines „Notgroschens“ als Sondervermögen in den Blick genommen.

Daran anknüpfend wird Dr. Kirchhain aufzeigen, welche Grenzen das steuerliche Gemeinnützigkeitsrecht der Bildung „freien“ Stiftungsvermögens setzt.

Der Vortrag von Herrn Hartmann von Ahrentschildt und Herrn Mark Wallmann gibt einen Überblick, wie sich die Bildung „freier“ Vermögensmassen in praxi bei der Vermögensanlage umsetzen lässt. Im Mittelpunkt stehen dabei konkrete Anlagestrategien, die den gegenläufigen Bedürfnissen nach Liquidität, Rendite und Risiko Rechnung tragen.

Der letzte Vortrag von Herrn Rechtsanwalt Spiegel gibt schließlich Einblick darüber, wie die in den Vorträgen von Prof. Arnold und Dr. Kirchhain herausgearbeiteten Möglichkeiten zur Bildung „freier“ Vermögensmassen in der Rechnungslegung einer Stiftung abzubilden sind, um die zivilrechtlichen und steuerrechtlichen Vorgaben an die Rechnungslegung zu erfüllen.

Die Organisation der Tagung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Hilde und Olaf Werner Stiftung für Stiftungswesen.

Finden Sie alle Informationen auch in diesem Flyer.

letzte Änderung: 17.03.2020

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